Whiteness as Usual? The Racial Politics of the 21st-Century Prize Novel

Whiteness as Usual? The Racial Politics of the 21st-Century Prize Novel

Dissertation

Whiteness as Usual? The Racial Politics of the 21st-Century Prize Novel

Das Projekt analysiert die anti-schwarzen diskriminatorischen Praktiken in den Auswahlverfahren dreier großer anglophoner Literaturpreise, sowie deren Auswirkungen auf die öffentliche Rezeption der preisgekrönten Literatur. Ich argumentiere, dass im 21. Jahrhundert die Zahl der preisgekrönten Romane zunimmt, die ein großes Potenzial haben, racial literacy in der US-amerikanischen Öffentlichkeit zu fördern, das jedoch noch nicht vollständig ausgeschöpft wird, da diese Texte innerhalb eines literarischen Feldes zirkulieren, dessen Dynamiken auf anti-schwarzer Diskriminierung beruhen. Ich folge Lani Guiniers Definition von racial literacy als der Fähigkeit, Rassismus als systemische und andauernde Bedingung in den USA mit verschiedenen Auswirkungen auf das Leben Einzelner zu verstehen und die Handlungsfähigkeit von rassifizierten Individuen in diesem Umfeld anzuerkennen (Guinier 100-115). Am Beispiel von sechs preisgekrönten Romanen, die zwischen 2000 und 2020 ausgezeichnet wurden, untersuche ich zunächst, inwieweit in diese Texte das Potenzial eingeschrieben ist, racial literacy zu transportieren. Anschließend werden die Bedingungen der Preisvergabe in den jeweiligen Jahren analysiert (z.B. Jurymitglieder, Autorenhintergrund, Informationen über die Nominierten, öffentliche Äußerungen zu den Auswahlkriterien), um die racial literacy der Romane mit ihrem institutionellen Kontext der Preise, und damit mit der sozialen Stratifizierung des literarischen Feldes, in Beziehung zu setzen. In einer abschließenden Rezeptionsanalyse der Romane als Preisträger in verschiedenen Medienkanälen versuche ich zu ermitteln, welchen Effekt die Preise auf die öffentliche Rezeption der Romane und ihrer racial literacy hatten.